Skaliertes Scrum und die Sprint Review Messe

Seit mittlerweile bald vier Jahren bin ich als Scrum Master in einem agilen Scrum Team unterwegs. In der Ausübung dieser Rolle helfe ich dem Team dabei, dass wir nicht aufhören voneinander und miteinander zu lernen und mit Spaß an der agilen Softwareentwicklung wertvolle und passende Produkt-Inkremente für unsere Kunden zu liefern.

Liefern bedeutet nicht nur Ergebnisse über einen imaginären Zaun werfen. Ganz im Gegenteil, es geht darum frühe Feedbackschleifen zu etablieren und das gewonnene wertvolle Feedback in die weitere Arbeit einfließen zu lassen. Hierfür sieht Scrum das Sprint Review Meeting vor. In diesem Meeting stellt das Scrum Team Kunden und Interessierten die Weiterentwicklung vor.

Präsentation am Stand

Aus anfangs vier Teams sind mittlerweile achtzehn Scrum Teams geworden, die von der iOS App über das zentrale Workflow-Management bis hin zum Datawarehouse die Weiterentwicklung und Adaption der Software an neue Anforderungen und Wünsche sicherstellen. Alle diese Teams freuen sich, in regelmäßigen Abständen ihre Ergebnisse interessierten Fachabteilungen und Anforderern vorzustellen.

Was ist die Herausforderung dabei? Diese Teams stehen bei gleicher Taktung der Sprints in Konkurrenz um die Teilnehmer ihres Sprint Review Meetings. Die Antwort auf diese Herausforderung lieferte für uns vor mehr als einem Jahr ein Artikel von Stephan Kraus von der Firma OTTO, die in der gleichen Situation waren und mit dem Review Fair ihre Sprint Reviews skaliert und auch darüber berichtet haben.

Auch unsere Review Messe hat bereits mehrere Wandlungen entsprechend der Scrum-Idee “Inspect & Adapt” hinter sich, seit wir vor mehr als einem Jahr damit gestartet sind. So haben wir anfangs noch einen großen Saal für alle Scrum Teams reserviert und ähnlich einer Messe Stände etabliert, an denen die Teams ihre Themen bewerben und vorstellen konnten. Doch bei fünfzehn Teams hat der Lautstärkepegel uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Mittlerweile findet die Review Messe auf einer Etage in diversen angrenzenden Meetingräumen statt. So können nicht nur Besucher zwischen den Ständen der Teams während der anderthalb Stunden Review Messe wechseln sondern auch Teammitglieder können sich mit anderen Teams austauschen und dabei neben der Fachlichkeit auch technische Details erklären und hinterfragen.

Dadurch dass der Messe-Charakter die vorher eher frontal-lastige Vorstellung abgelöst hat ist es nun viel besser möglich die Software an den verschiedenen Ständen selber auszuprobieren. Die Gäste können mit den am Stand anwesenden Teammitgliedern in Kontakt treten und sich mit ihnen entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse austauschen. Gleichermaßen werden auch die Teams kreativer und überlegen, wie sie ihre Themen dem Publikum vorstellen können.

Auch so kann man Software erklären...

Zentral installiert haben wir einen einmal gebastelten und mit Hilfe von Post-its für jeden Sprint aktualisierten Wegweiser mit den wichtigsten Informationen dazu welche Themen von welchem Team in welchem Raum vorgestellt werden. Bereits frühzeitig schicken wir einen Terminblocker an das gesamte Unternehmen um zur Review Messe einzuladen und Vertreter und Interessierte aus den verschiedensten Fachabteilungen an die Stände der Teams zu locken.

Wir haben es mit diesem Design der Scrum Reviews auf jeden Fall geschafft die Weiterentwicklungen der Software viel näher und transparenter bis zu den Fachabteilungen zu bringen und gleichzeitig auch den wichtigen Austausch der Teams untereinander zu fördern.

Global Day of Coderetreat 2015

Bereits zum dritten Mal haben wir - das sind ein paar Kollegen, Freunde und ich - den Global Day of Coderetreat in den Räumen des Essener Standortes von OPITZ CONSULTING organisiert. Und auch dieses Mal konnten wir passionierte Softwareentwickler für die Teilnahme an einem Samstag begeistern.

Aber was ist eigentlich ein Global Day of Coderetreat? Vermutlich bei den meisten Menschen und selbst bei gestandenen Softwareentwicklern verursacht dieser Name erst einmal lediglich ein Stirnrunzeln.

Es handelt sich um ein eintägiges Event, welches über den gesamten Globus verteilt in über 200 Städten stattfindet und ganz im Zeichen der Vertiefung von Programmierpraktiken für gute Softwareentwicklung und gutes Softwaredesign steht. Beim Coderetreat geht es daher auch nicht darum mit der jeweiligen Aufgabenstellung einer Runde fertig zu werden sondern sich auf die Anwendung der Grundregeln von gutem Softwaredesign in kurzen spaßigen und lehrreichen Runden zu fokussieren.

Hierbei treffen wir dann auf Aspekte wie die Testgetriebene Entwicklung, Pair Programming, Clean Code oder die Chance die Aufgabenstellung mal mit einer bislang unbekannten Programmiersprache zu bearbeiten.

Ausgangspunkt ist dabei jeweils die Programmierung des Conway’s Game of Life in Runden zu jeweils 60 Minuten. In jeder Runde wird paarweise 45 Minuten entwickelt und sobald die Zeit abgelaufen ist der bis dahin erstellte Code gelöscht. Im Anschluss tauschen wir uns in einer kurzen gemeinsamen Retrospektive über die gemachten Erfahrungen aus und finden uns in neuen Paaren für die nächste Runde zusammen.

Ohne Frage dass so viel Denkarbeit auch hungrig macht und so konnten wir uns morgens mit Croissants und Brötchen, mittags mit diversen Leckereien und am Nachmittag auch noch bei Kuchen mit neuer Energie versorgen.

Für mich steht fest, dass ich auch nächstes Jahr wieder dabei sein möchte, wenn es heißt “Stop, delete your code and stand up!”.

Winterberg im Hochsommer

Trotz 35° Celsius und mehr in NRW haben wir uns an diesem Wochenende nach Winterberg im schönen Hochsauerland aufgemacht. Unser Ziel war der Bikepark Winterberg auf der 776 Meter hohen Kappe. Zugegeben etwas schweißtreibend war es schon, doch die Strecken waren relativ leer und im Gegensatz zum Kölner Raum kratzte das Thermometer gerade so an der 30° Celsius Marke.

Über Facebook und Twitter waren wir schon informiert, dass der bisher immer etwas vernachlässigte Freecross gerade eine Verjüngungskur bekommt und dennoch am Wochenende befahrbar sei. Die Neugierde war groß genug, als dass der Freecross auch unsere erste Abfahrt werden sollte und wir wurden nicht enttäuscht: Der bereits fertiggestellte Teil macht nun wieder richtig Laune und kommt mit einer Menge Flow daher.

In Summe hat der Tag wieder einmal bestätigt wie abwechslungsreich und spaßig die Strecken in Winterberg daherkommen. Das Video oben gibt einen groben Überblick über die Strecken - nur die reine Downhillstrecke haben wir an diesem Tag nicht unter die Stollen genommen.

Sonstwo im Netz...

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